Mama, ich habe Heimweh!

child-729086_1280Lisa hat sich schon lange auf das Indianercamp bei Fahrten-Ferne-Abenteuer gefreut. Sie hat ihre Sachen gepackt, ihr Lieblingskuscheltier eingesteckt (das sie natürlich nur im Notfall rausholen will, schließlich ist sie schon acht Jahre alt!) und sich schon einen Indianernamen überlegt.

Und dann geht es los. Die Fahrt zum Camp ist schön, denn Lisa findet schnell Anschluss bei Nico. Auch das Zelt, in dem alle schlafen, findet Lisa richtig cool, es ist fast wie ein Indianerzelt. Abends am Lagerfeuer hören die Kinder Geschichten und dann geht es ab in die Falle. Doch plötzlich ist es da. Das HEIMWEH. Lisa vermisst ihre Eltern und ihren großen Bruder. Der ganze Tag war so aufregend und neu, es gab so viel zu entdecken und so viele neue Eindrücke zu verarbeiten. Jetzt ist ihr das alles plötzlich zu viel.

Heimweh. Das trifft nicht nur unsere kleinen Teilnehmer. Auch die Großen haben es noch. Und irgendwie ist es ja auch peinlich, vor allem, wenn einem die Tränen kommen. Heimweh ist ganz normal, jeder hat es schon einmal gehabt. Auf unseren Abenteuerfreizeiten haben wir meistens ein Kind, das in den ersten Tagen richtig viel Heimweh hat. Besonders dann, wenn es das erste Mal alleine ohne die Eltern verreist. Aber was kann man gegen die akute Sehnsucht nach Hause tun? Was hilft, was hilft nicht?

Hier ein paar Tipps gegen Heimweh und warum es manchmal gar nicht gut ist, zu Hause anzurufen.

 

  • Über die Reise sprechen

Reden Sie im Vorfeld der Reise mit Ihrem Kind. Welches Freizeitthema gefällt ihm besonders gut, welche Erwartungen hat es an die Freizeit. Was passiert, wenn es das erste Mal von zu Hause weg ist. So können Sorgen vielleicht schon im Vorfeld der Reise besprochen werden und werden dann auf der Freizeit nicht mehr zum Thema.

 

  • Ablenkung!

Am schbrothers-1022994_1280nellsten geht das Heimweh vorbei, wenn man Spaß hat! Gemeinsame Erlebnisse mit den neuen Freunden auf dem Camp helfen, den Kummer bald zu vergessen. Wer nur alleine herum sitzt und sich zurückzieht, hat Platz für traurige Gedanken. Was in den meisten Fällen gar nicht hilft, ist zu Hause anzurufen. Denn das verstärkt das Heimweh nur noch mehr. Gerade, wenn das Heimweh besonders schlimm ist, kann das Gespräch mit der Mama, dem Papa oder den Geschwistern dazu führen, dass man sofort nach Hause will. Und das wäre doch schade, denn es gibt so viele spannender Abenteuer zu erleben!

 

  • Sich anvertrauen

Den Kummer in sich hinein fressen und nicht darüber reden gibt einem ganz schnell das Gefühl, ganz alleine mit seinen Problemen zu sein. Die Sehnsucht und die Traurigkeit werden dann noch größer! Unsere Betreuer haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Kinder – uns schließlich waren sie auch mal jünger und hatten mit Sicherheit auch schon einmal Heimweh. Oder vielleicht gibt es auch ein anderes Kind, mit dem man besonders gut reden kann. Denn geteilter Kummer ist schließlich halber Kummer.

 

  • Üben

Manchmal hilft es, vor einer großen Reise zu üben! Einfach mal mit einer Nacht woanders schlafen anfangen – bei der besten Freundin oder dem besten Freund, bei den Großeltern oder Verwandten. Das zeigt, dass gar nichts Schlimmes passiert!

 

 

Und noch ein Tipp für die Eltern:best-friends-914826_1280
Behalten Sie Ihre Bedenken für sich! Wer schon vor der Fahrt mit dem Kind ständig das Heimweh thematisiert, der kann sicher sein, dass es auch auf der Freizeit zum Thema wird. Am besten Sätze wie: „Du wirst uns doch schrecklich vermissen, oder?“ oder „Wenn du Heimweh hast, dann holen wir dich sofort ab!“ vermeiden. Freuen Sie sich lieber mit dem Kind auf die tolle Reise, beziehen Sie es beim Kofferpacken mit ein und vor allem: zwingen Sie Ihr Kind nicht auf die Freizeit, wenn es wirklich keine Lust hat.

Mit den Tipps wird die Freizeit bestimmt zum unvergesslichen und schönen Erlebnis für die Kinder. Und damit natürlich auch für alle Eltern!

Ihr FFA-Team